explain-it - Plastiktüten

Die Plastiktüte begegnet uns häufig im Alltag, doch was passiert, wenn sie in unsere Umwelt gelangt? Was die EU-Kommission nun dagegen plant, erklärt dieses explain-it.

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Was bringt uns die EU? Und was machen die da eigentlich? Zum Beispiel bringen sie den Umweltschutz voran und bescheren der Plastiktüte hoffentlich ein baldiges Ende. Aber fangen wir einmal ganz von vorne an: Die Plastiktüte begegnet uns häufig im Alltag. Wir bekommen sie im Supermarkt entweder kostenlos in der Obst- und Gemüseabteilung oder kaufen sie an der Kasse. So kommen in Europa im Jahr circa 100 Milliarden Plastiktüten zusammen. Ein Portugiese nutzt zum Beispiel im Durchschnitt jährlich 500 Stück – ein Deutscher 64 Stück. Die Dänen sind EU-Vorreiter: Sie brauchen nur 4.
Benutzt wird sie einmal und das durchschnittlich 25 Minuten lang. Eine kurze Zeit, wenn man bedenkt, dass die Natur 100 - 500 Jahre braucht, um sie zu „verdauen“: Dabei baut sich das Plastik gar nicht ab, sondern zerfällt in immer kleinere Teile und landet am Ende als Sandkorn an den Stränden dieser Welt. Oder die Tüten versammeln sich im Pazifik: Dort schwimmt ein riesiger Plastikteppich – viermal so groß wie Deutschland! Aber nicht nur im Wasser findet man die Tüten wieder, sondern auch in den Mägen von Fischen, Meeresvögeln und anderen Meerestieren. Oder die Tiere verfangen sich in den Tüten und können sich nicht mehr befreien – beides führt oft zum Tod. Noch dazu sind Plastiktüten eine gigantische Ressourcenverschwendung: Eine Tüte braucht 40 Gramm Erdöl!
Das alles ist für die EU-Kommission Grund genug bis 2019 den enormen Verbrauch von Plastiktüten – hier sind die kostenfreien für Obst und Gemüse gemeint - in Europa um 80 Prozent zu verringern. Mitgliedsstaaten können selbst entscheiden, ob sie den Verbrauch über Gebühren, nationale Verbote oder Steuern regeln. In Dänemark und Irland konnte so der Pro-Kopf-Verbrauch deutlich gesenkt werden! Aber: Die Forderung wird nur Gesetz, wenn alle 28 europäischen Regierungen zustimmen. Doch jeder von uns kann schon heute damit beginnen, den Plastiktüten dieser Welt den Kampf anzusagen. Denn es gibt auch Alternativen! Aber Vorsicht vor biologisch abbaubaren Plastiktüten: die halten leider nicht, was sie versprechen. Schon besser sind Tüten aus recyceltem Papier. Dank ihrer kürzeren Verwitterungszeit sind sie weitaus unproblematischer für die Umwelt – aber dafür nicht ganz so reißfest. Auf Platz eins stehen deshalb widerstandsfähige Stofftaschen aus Baumwolle, Hanf oder Jute, denn sie bestehen aus nach-wachsenden Rohstoffen. Und wenn dann noch auf deren ökologischen Anbau und fairen Handel geachtet wird, steht der plastiktütenfreien Zukunft nichts mehr im Weg!