Klarkom AG - Lebensmittelrecht

Dieses explain-it handmade erklärt das neue Schweizer Lebensmittelrecht 2017. Was hat sich geändert und was bedeutet es für die Verbraucher?

Klarkom AG
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Das neue Lebensmittelrecht stellt drei Grundsätze ins Zentrum. Am wichtigsten ist und bleibt die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten. Zweitens sorgt es für mehr Transparenz und Schutz vor Täuschung. Drittens erhält die Lebensmittelwirtschaft mehr Freiheiten – und trägt zugleich mehr Verantwortung. Der Bund hat die Anliegen von Konsumentenschutz, Industrie, Handel, Gewerbe und Vollzug aufgenommen. Gemeinsam wurden umsetzbare Lösungen gefunden.

Das neue Recht betrifft Lebensmittel, aber auch Gebrauchsgegenstände wie Geschirr und Verpackungen, Spielzeug und Kosmetika. Früher mussten nicht definierte Lebensmittel ausdrücklich zugelassen werden. Jetzt gelangen innovative Produkte direkt auf den Markt – sofern sie sicher sind. Nur Novel Food, also neuartige Lebensmittel, benötigen eine Prüfung. Das ist zum Beispiel bei Eiweissextrakten aus Insekten der Fall.

Was bedeutet das neue Recht? Für die Konsumentinnen und Konsumenten gilt nach wie vor Bewährtes und typisch Schweizerisches, wie die Nennung des Produktionslandes. Sie erhalten alle notwendigen Informationen, um zu entscheiden, was sie kaufen: Hormone, Leistungsförderer, Nährwerte, die Herkunft von Fleisch und Fisch sowie Zutaten, deren Herkunft missverständlich sein könnte, müssen deklariert werden. Und auch im Offenverkauf muss auf Allergene hingewiesen werden. Für Kosmetika gilt neu ein Täuschungsverbot: Was die Hersteller auf der Packung anpreisen, müssen sie belegen können.

Und was hat die Wirtschaft davon? Das Lebensmittelrecht setzt klare Ziele und Vorgaben. Wie diese erreicht werden, liegt in der Freiheit und Verantwortung der Unternehmen. Kleinere Betriebe müssen für Lebensmittel, die sie vor Ort herstellen und offen verkaufen, keine Nährwerte angeben. Für Kleinstbetriebe bis neun Personen wird die Selbstkontrolle einfacher. Bussen und Gebühren können in Bagatellfällen wegfallen. Das neue Lebensmittelrecht trägt weiterhin einen Schweizer Stempel. Aber mit der Annäherung an das EU-Recht wird der Handel einfacher – für beide Seiten. Und wie wird das umgesetzt? Schritt für Schritt. An erster Stelle steht der Gesundheitsschutz. Vorschriften, die neue Verpackungen und betriebliche Umstellungen mit sich bringen, werden später umgesetzt. Gemeinsam mit Industrie und Gewerbe unterstützt der Bund die Umsetzung mit Unterlagen für Schulungen und Kommunikation.

Das Lebensmittelrecht 2017 - eine ausgewogene und gute Sache!