Verbraucherzentrale Baden-Württemberg – Immobilienfinanzierung

Die Verbraucherzentrale gibt allen Menschen, die sich Gedanken über die Anschaffung einer Immobilie machen, fünf wertvolle Tipps an die Hand, was in diesem Kontext zu beachten ist.

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Eine eigene Immobilie. Wer wünscht sich das nicht? Bevor ich jeden Monat Miete zahle, zahle ich lieber mein Eigenheim ab. Das kostet bei den Minizinsen zur Zeit auch nicht viel mehr! Gleichzeitig habe ich auch für später vorgesorgt. Perfekt! Oder? Wo ist der Haken? Genau das ist die richtige Frage. Denn Bankberater und Immobilienmakler arbeiten auf Provisionsbasis – sie verdienen am Verkauf, nicht an neutraler Beratung. Deswegen gibt Ihnen die Verbraucherzentrale fünf Fragen an die Hand, um gut vorbereitet auf die Suche nach Ihrer Traumimmobilie zu gehen.
Frage eins: Ist eine eigene Immobilie wirklich das Richtige für mich? Mit einer Immobilie lege ich mich fest. Auf einen Ort und finanziell. Passt das in meine Lebensplanung? Berufswechsel oder Kinder? Den Finanzierungsplan des Eigenheims zu ändern, kann teuer werden.
Frage zwei: Wie hoch darf meine maximale Kreditrate sein? Bevor ich mich für einen Kredit entscheide, prüfe ich meine monatlichen Einnahmen und Ausgaben und blicke dabei auch in die Zukunft. Ein Beispiel: Im Moment sind 800 Euro monatlich für einen Kredit locker möglich. Was aber ist, wenn mein Kind studieren will? Oder in zehn Jahren das Bad renoviert werden muss? Dann sind 800 Euro im Monat vielleicht eine zu große Belastung. Ein grober Richtwert: Nicht mehr als 40 Prozent des Nettoeinkommens für Rate und Nebenkosten ausgeben.
Frage drei: Wie halte ich das Risiko gering, dass die Finanzierung schief geht? Je günstiger der Kaufpreis und je mehr Eigenkapital ich einsetze, desto geringer ist das Risiko. So zahle ich weniger Zinsen und bin schneller schuldenfrei. Zum Eigenkapital zählen auch alle Sparverträge wie Renten- und Kapitallebensversicherungen. Weil ich beim Sparen wenige Zinsen bekomme, für Kredite aber viele zahle, ist es oft sinnvoll, Sparverträge aufzulösen.
Frage vier: Wie hoch muss mein Kredit sein? Mehr Steckdosen, andere Fliesen, dickere Türen – es gibt Kosten, an die ich zu Beginn nicht denke. Einen Puffer einzuberechnen verhindert, dass ich später nachfinanzieren muss. Denn das ist in der Regel teuer.
Frage fünf: Welche Finanzierungsform ist geeignet? Bei einem einfachen Annuitätendarlehen sehe ich wie die Restschuld schrumpft, wenn ich regelmä-ßig abbezahle. Zusätzlich bleibe ich mit der Möglichkeit von Sondertilgungen oder dem Recht auf Ratenänderungen flexibel. Also: Stellen Sie sich die richtigen Fragen vor dem Hauskauf – so werden Sie Ihre eigenen vier Wände genießen können. Ihre Verbraucherzentrale